{"id":9119,"date":"2025-01-23T10:51:38","date_gmt":"2025-01-23T09:51:38","guid":{"rendered":"https:\/\/qzm-rn.de\/?p=9119"},"modified":"2025-12-06T19:25:29","modified_gmt":"2025-12-06T18:25:29","slug":"queerstory-freddie-mercury","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/qzm-rn.de\/en\/queerstory-freddie-mercury\/","title":{"rendered":"QueerStory: Freddie Mercury"},"content":{"rendered":"<p><strong>Freddie Mercury: Die Freiheit, ein R\u00e4tsel zu bleiben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Geht es um queere Ikonen der Rockmusik, kommt man an Freddie Mercury kaum vorbei. Mit seiner Band &#8222;Queen&#8220; schwamm der Engl\u00e4nder in den 1970-er Jahren auf der Glam-Rock-Welle. Freddie und seine Bandmitglieder haben das Konzept der knallbunten Rockshow, die das Publikum in Massenekstase versetzen sollte, perfektioniert &#8211; was nicht zuletzt an Freddie selbst lag, der mit seinem Charisma auf der B\u00fchne ganze Stadien voller Menschen f\u00fcr einen Abend wie ein K\u00f6nig regierte. Oder wie eine Queen!<\/p>\n\n\n\n<p>Nun ist es r\u00fcckblickend einfach, das Queere in einem Rockstar zu erblicken oder es in ihn hinein zu projizieren. Und Freddie Mercury, der 1991 im Alter von nur 45 Jahren gestorben ist, war offiziell nie geoutet. Seine Queerness bleibt eins seiner R\u00e4tsel, weil er \u00f6ffentlich nie \u00fcber seine sexuelle und geschlechtliche Identit\u00e4t sprach. Das macht aber auch alle Versuche, ihn in eine begriffliche Schublade zu stecken &#8211; schwul, bi, pan &#8230;? &#8211; zur Spekulation. Dass er intime Beziehungen zu M\u00e4nnern hatte, kann als bekannt gelten. Gar nicht mal so geheim waren auch seine Aktivit\u00e4ten in der M\u00fcnchner Gay-Szene, wo Freddie sich vor allem in der ersten H\u00e4lfte der 80er auslebte. Und dann war da noch Mary Austin, mit der Freddie in den 70-ern eine auch \u00f6ffentlich bekannte Paarbeziehung f\u00fchrte. Nach der Trennung blieb sie ihm eine Lebensfreundin, und sie ist bis heute die einzige Person, die wei\u00df, wo seine Asche begraben ist. Typisch Freddie, m\u00f6chte man sagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch niemand schuldet der \u00d6ffentlichkeit irgendwelche Erkl\u00e4rungen oder Bekenntnisse, auch ein Rockstar nicht. Und dieses Motiv zieht sich durch Freddies Lebensgeschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein individuelles Schicksal war zun\u00e4chst bestimmt von seiner Herkunft aus einer privilegierten indischen Familie. Er kam am 5. September 1946 auf Sansibar als B\u00fcrger einer britischen Kolonie &#8211; also als Brite &#8211; zur Welt und erhielt von seinen Eltern den Namen Farrokh; sein Familienname lautete Bulsara. Als Farrokh Bulsara 17 war, zog seine Familie nach England. Er studierte Grafikdesign in London und machte sowohl als Musiker als auch als Roadie erste Erfahrungen in der britischen Rock-Szene. Dann stieg er als S\u00e4nger in die Band von ein paar Kumpels ein. Aus dem 24-j\u00e4hrigen Farrokh wurde 1970 Freddie Mercury, als die ersten Gesangsspuren f\u00fcr Queen bereits aufgenommen waren.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend sein Geburtsname nie ein Geheimnis war, sprach Freddie nicht \u00fcber seine eigene Haltung zu seiner Herkunft. Und auch \u00fcber seine Gesundheit schwieg er sich aus, selbst als es f\u00fcr ihn lebensgef\u00e4hrlich wurde. Das mag daran liegen, dass seine Erkrankung Mitte der 80-er Jahre noch ein furchtbares Stigma bedeutete: Freddie hatte sich mit HIV angesteckt, dem Virus, das ohne richtige Behandlung zu einer Aids-Erkrankung und damit zum Tod f\u00fchrt. Als er die Diagnose bekam &#8211; der genaue Zeitpunkt ist unbekannt -, gab es diese Behandlung noch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Freddie packte in den Rest seines Lebens hinein, was er konnte: Er komponierte und nahm auf. Etliche Queen-Songs sind erst lange nach seinem Tod fertig produziert und ver\u00f6ffentlicht worden. Am 24. November 1991 starb Freddie in seinem Haus in London, nachdem er einen Tag zuvor (!) die \u00d6ffentlichkeit offiziell hatte informieren lassen, dass er an Aids erkrankt sei. Sein langj\u00e4hriger Lebensgef\u00e4hrte Jim Hutton &#8211; von dessen Existenz die meisten Queen-Fans erst nach Freddies Tod erfuhren &#8211; war bei ihm.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass man sich bis heute seiner erinnert, hat nicht nur mit dem Queen-Film &#8222;Bohemian Rhapsody&#8220; von 2018 zu tun oder den (\u00e4u\u00dferst lukrativen) Bem\u00fchungen seiner beiden noch aktiven Bandkollegen Brian May und Roger Taylor, den Legendenstatus ihres toten Leads\u00e4ngers zu hegen und zu pflegen. Von Freddie Mercury bleiben \u00fcber 100 Songs, in denen er eine unglaubliche musikalische und gesangliche Energie und Bandbreite zeigt. Filmaufnahmen seiner Auftritte zeigen einen nahezu perfekten Entertainer: flamboyant, exaltiert, berauscht von sich selbst und der Masse des Publikums. Eine Projektionsfl\u00e4che nicht nur f\u00fcr queere Nachahmer, sondern f\u00fcr alle, die besondere Auftritte lieben. Und gleichzeitig ein Mensch, der der \u00d6ffentlichkeit teilweise ein R\u00e4tsel blieb &#8211; Freddie nahm sich diese Freiheit.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In the QueerStory series, we introduce you to important people from queer history. <\/p>\n<p>We continue with Freddy Mercury, who rode the glam rock wave with his band \u201cQueen\u201d in the 1970s. <\/p>","protected":false},"author":2,"featured_media":9122,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_tec_requires_first_save":true,"_eb_attr":"","neve_meta_sidebar":"","neve_meta_container":"","neve_meta_enable_content_width":"","neve_meta_content_width":0,"neve_meta_title_alignment":"","neve_meta_author_avatar":"","neve_post_elements_order":"","neve_meta_disable_header":"","neve_meta_disable_footer":"","neve_meta_disable_title":"","_EventAllDay":false,"_EventTimezone":"","_EventStartDate":"","_EventEndDate":"","_EventStartDateUTC":"","_EventEndDateUTC":"","_EventShowMap":false,"_EventShowMapLink":false,"_EventURL":"","_EventCost":"","_EventCostDescription":"","_EventCurrencySymbol":"","_EventCurrencyCode":"","_EventCurrencyPosition":"","_EventDateTimeSeparator":"","_EventTimeRangeSeparator":"","_EventOrganizerID":[],"_EventVenueID":[],"_OrganizerEmail":"","_OrganizerPhone":"","_OrganizerWebsite":"","_VenueAddress":"","_VenueCity":"","_VenueCountry":"","_VenueProvince":"","_VenueState":"","_VenueZip":"","_VenuePhone":"","_VenueURL":"","_VenueStateProvince":"","_VenueLat":"","_VenueLng":"","_VenueShowMap":false,"_VenueShowMapLink":false,"_tribe_blocks_recurrence_rules":"","_tribe_blocks_recurrence_description":"","_tribe_blocks_recurrence_exclusions":"","footnotes":""},"categories":[905,6,904],"tags":[980,979,71,30,34,36,48,884,10,978,11],"class_list":["post-9119","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte","category-news","category-queer-storys","tag-freedie-mercury","tag-history","tag-lgbti","tag-lgbttiq","tag-lsbti","tag-lsbttiq","tag-queer","tag-queer-history","tag-queeres-zentrum-mannheim","tag-queerstory","tag-qzm"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/qzm-rn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9119","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/qzm-rn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/qzm-rn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/qzm-rn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/qzm-rn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9119"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/qzm-rn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9119\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/qzm-rn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9122"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/qzm-rn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9119"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/qzm-rn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9119"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/qzm-rn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9119"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}